Plattdeutsche Projektschule

Wi snackt platt in de Hermann-Löns-School

Mit Beginn des Schuljahres 2018/19 ist die Hermann-Löns-Schule „Plattdeutsche Projektschule“ geworden.

Durch die zahlreichen bestehenden plattdeutschen Aktionen an unserer Schule wurden die Kriterien für eine Projektschule erfüllt:

Alle Kinder aus den Jahrgängen 2-4 können in der Schule freiwillig für ein Schuljahr einmal wöchentlich an der Plattdeutsch-AG teilnehmen, wo ihnen die plattdeutsche Sprache durch Gedichte, Geschichten , Lieder, Spiele, Sketche und kleine Theaterstücke vermittelt wird.  Diese wird von der Lehrkraft Frau Gehrckens-Gärtner geleitet. In der Adventszeit nimmt die Plattdeutsch-AG seit 10 Jahren regelmäßig an zwei Seniorenadventsfeiern („Betreutes Wohnen“ d. Johanniter, Seniorenkreis der St. Michaeliskirche) teil. Seit 2017 gestaltet die Plattdeutsch-AG auch einen schulischen Adventsnachmittag mit Gedichten, Theaterspielen und Liedern.

Einmal im Monat besucht der Liedermacher Klaus Stehr die AG und singt mit den Kindern plattdeutsche Lieder.

Zur weiteren Förderung der plattdeutschen Sprache nimmt unsere Plattdeutsch-AG regelmäßig am plattdeutschen Vorlesewettbewerb und am plattdeutschen Theaterfestival teil. Dafür erarbeitete Texte und Theaterstücke werden auf Schulfeiern (Einschulung, Verabschiedung der Viertklässler etc.) nochmals präsentiert.

Um allen Kindern der Hermann-Löns-Schule die plattdeutsche Sprache etwas näher zu bringen, finden seit 2016 Vorführungen des „Kiepenkaspers“ in der Schule statt. Anfang dieses Jahres führte die Hamburger „Tüdelband“ im Rahmen der „Plattdeutschen Wochen“ einen Projekttag mit anschließender Präsentation an der Schule durch.

Auch in anderen Fächern ist die plattdeutsche Sprache immer wieder präsent: Im Deutschunterricht werden plattdeutsche Geschichten und Gedichte behandelt. Im Musikunterricht singen wir plattdeutsche Lieder. Im zweiten Jahrgang findet die Begrüßung und Verabschiedung auf Plattdeutsch statt. Im Morgenkreis zählen die Kinder selbstständig auf Plattdeutsch durch.

Zur weiteren vertieften Sprachbegegnung sind folgende Projekte in nächster Zeit geplant:

  • Religions-, Musik- oder Kunstunterricht in Plattdeutsch (Klasse3)
  • weiteres AG-Angebot auch in Klasse 1
  • plattdeutsche Beschriftung der Fachräume
  • Einrichten einer plattdeutschen Bücherecke in der Schulbibliothek
  • plattdeutsche Schülerdurchsagen über die Schulmikrophonanlage
  • Besuch des plattdeutschen Liedermachers „Peter Paulsen“
  • Einrichten einer plattdeutschen Informationswand
  • Projekt „Schule früher-heute“ mit Einbindung der plattdeutschen Sprache z.B. zum 125. Schuljubiläum
  • Fortbildungen für Lehrkräfte
  • Bundesweiter Vorlesetag: Ehrenamtliche und Studenten lesen aus plattdeutschen Büchern vor
  • Exkursion ins  Lüneburger Museum (Sprachgeschichte) oder ins  „Hamburger Schulmuseum“

 

Die frühe Mehrsprachigkeit begünstigt analytisches Denken und fördert den Intellekt. Durch den doppelten Wortschatz trainieren die Kinder das Gedächtnis. Das Erlernen von Fremdsprachen wird ihnen erleichtert.

Die Schüler pflegen einen Bezug zu ihrer Heimat, da die plattdeutsche Sprache im letzten Jahrhundert im gesamten norddeutschen Raum präsent war.

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Eine alte Sprache mit jungen Fans

(aus der Landeszeitung Lüneburg vom 9.6.2018)

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Die Schüler der Hermann-Löns-Grundschule Lüneburg zeigten ihr Stück „De dicke fette Pannekoken“ - und ernteten dafür großen Applaus beim 7. Plattdüütsch Schooltheaterfestival. Foto: phs

Uelzen/Lüneburg. Hazna Haci spricht Kurdisch mit ihren Eltern, Hochdeutsch mit Freunden und Geschwistern und „snackt“ Platt im Kunstunterricht. Manchmal, wenn sie ihren Eltern etwas aus dem Vokabular der Niederdeutschen Sprache vorträgt, huscht ein Schmunzeln über deren Gesichter: „Die finden das lustig“, sagt die 13-Jährige. Sie und ihre Mitschülerin Jamie Lee Bartels von der Hugo-Friedrich-Hartmann-Oberschule aber finden den Klang der Worte schlichtweg schön. So schön sogar, dass sie jetzt beim 7. Plattdüütsch Schooltheaterfestival die Geschichte „Vun den Fischer un siene Fru“ auf der Bühne zeigten.

Die Sprache in den Köpfen der Jugend entstauben

Alle zwei Jahre lädt der Lüneburgische Landschaftsverband Schultheatergruppen aus dem Verbandsgebiet dazu ein, ihre plattdeutschen Stücke zu präsentieren. Drei der insgesamt sieben Schülerteams, die am Mittwoch im großen Saal des Uelzener Theaters an der Ilmenau vertreten waren, reisten aus dem Landkreis Lüneburg an. Sie kamen von der Hugo-Friedrich-Hartmann-Oberschule Bardowick, vom Gymnasium Wilhelm-Raabe-Schule und von der Hermann-Löns-Grundschule in Lüneburg.

Plattdeutsch. Haben das nicht Oma und Opa gesprochen? „Viele verbinden damit ältere Generationen“, glaubt Margaretha Stumpenhusen. Sie ist Beraterin für plattdeutsche Schulen und glaubt: Wer die Sprache in den Köpfen der Jugend entstauben wolle, der müsse kreativ zur Tat schreiten – mit Musik oder Theater zum Beispiel. „Das wird immer mehr. In Niedersachsen gibt es ja schon über 25 plattdeutsche Schulen.“

Bedingung für diese Auszeichnung sei allerdings unter anderem, über mindestens zwei Lehrkräfte zu verfügen, die die Sprache beherrschen. Und genau da liege oft das Problem. Die Landesschulbehörde versucht nun seit einigen Jahren dem Mangel mit Fortbildungsangeboten für Lehrer zu begegnen.

Sogar Kunstunterricht auf Plattdeutsch

Jamie Lee Bartels wäre nie darauf gekommen, Plattdeutsch zu lernen – ohne ihre Schule. In Bardowick nämlich wird die Sprache wie Englisch oder Französisch als Wahlpflichtkurs angeboten, bei einigen Sechstklässlern steht sogar Kunstunterricht auf Plattdeutsch im Stundenplan. Die 12-Jährige findet, ihre Generation müsse die Werbung für die Sprache selbst in die Hand nehmen, auch Freunde dazu motivieren, einfach mal mitzusprechen.

An Motivation mangelt es in Uelzen jedenfalls niemandem. Da steht der zehnjährige Ole auf der Bühne, der findet: „Man muss so eine alte Sprache erhalten“, Frida (8), die deren Ähnlichkeit zum Hochdeutschen schätzt, „weil man das so schneller lernen kann“. Finn (7), der in seiner Rolle als Hase sein Bühnendebüt gefeiert hat und vorher ein bisschen aufgeregt war und Eleni (9), „de dicke fette Pannekoken“ aus dem gleichnamigen Theaterstück der Hermann-Löns-Grundschule. Sie und ihre Mitschüler versteckten sich hinter einem schwarzen Vorhang, ließen darüber Tiere, Menschen und einen Pfannkuchen aus Pappe wandern, während sie ihnen übers Mikrofon aus dem Verborgenen eine Stimme gaben.

Plattdeutsch zu beherrschen, das sei etwas, wovon sie noch häufig profitieren würden, hatte Uelzens Landrat Heiko Blume den Teilnehmern zuvor mit auf den Weg gegeben. Sein Tipp: „Wenn ihr mal eine Fünf nach Hause bringt und sagt das auf Plattdeutsch – ich glaube, da kann keiner mehr böse sein.“

Von Anna Petersen

Link zur LZ online

Artikel aus der LZ vom 12.2.2018

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Platzierungen Plattdeutscher Lesewettbewerb „Schölers leest Platt“

Gruppe A:

  1. Elina Goldmund – GS Kirchgellersen
  2. Mirit Bader – Heiligengeistschule
  3. Hannah Körber – Hermann-Löns-GS
  4. Helena Panteli – Hermann-Löns-GS
    4. Paulina Greve – Grundschule Hohnstorf
    4. Nele Geitner – Grundschule Hohnstorf
    4. Smilla Pöppel – Grundschule Kirchgellersen

Gruppe B:

  1. Mila Nele Borchers - Hermann-Löns-GS
  2. Tom-Tove Hennig - GS Wendisch Evern
  3. Jelina Köhlbrandt – GS Hohnstorf
  4. Delu Salome Lenk - Hermann-Löns-GS
    4.   Nell Kruse – Grundschule Hohnstorf
    4.   Kjeld Adebahr – Grundschule Kirchgellersen
    4.  Julian Peper – Grundschule Kirchgellersen

Gruppe C:

  1. Julius Lehmann – Wilhelm-Raabe-School
  2. Lisa von Münch - Wilhelm-Raabe-School
  3. Sarah Rokohl – B.-Riemann-Gymnasium
  4. Jasper Benn - B.-Riemann-Gymnasium
    4. Samara Hüll - B.-Riemann-Gymnasium

Gruppe D:

  1. Maximillian Moll - Wilhelm-Raabe-School
  2. Julia Woike - B.-Riemann-Gymnasium

Gruppe E:

  1. Eric Ferner – Oberschule Bardowick
  2. Klaas Kanzler – Georg-Sonnin-Schule
  3. Paul Vogt - Wilhelm-Raabe-School
  4. Nils Soltau - Wilhelm-Raabe-School
    4. Tim Kathmann - B.-Riemann-Gymnasium

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Radiobericht
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